Warum heißt der Lebensbaum eigentlich Lebensbaum?

Der Lebensbaum, (Thuja) ist eine Gattung der Koniferen und gehört zur Familie der Cupressaceae. Der Name Thuja geht (ebenso wie der Name des Thymians) auf das griechische Wort thýein (= Rauchopfer darbringen) zurück.

Da der Lebensbaum ätherische Öle enthält, die seinen charakteristischen Duft ausmachen, hat man damit andeuten wollen, dass er dem Weihrauch ähnelt.  Die Gattung Thuja ist beheimatet in Ostasien (Thuja koraiensis, Thuja standishii und Thuja sutchuenensis) und in Nordamerika (Thuja plicata und Thuja occidentalis). Der aromatische Duft der Nadeln und des Holzes ist für die einzelnen Arten charakteristisch. Während der Riesenlebensbaum (Th. plicata) nach Ananas riecht, erinnert der würzige Duft des Abendländischen Lebensbaumes eher an Nelken. Der orientalische Lebensbaum wird heute als eigenständige Gattung, Platycladus orientalis (früher: Thuja orientalis) geführt.

Seinen Namen „Lebensbaum“ bekam der Thuja auf folgende Weise:

Jaques Cartier, ein französischer Entdecker und Seefahrer segelte 1534 mit zwei Schiffen nach Neufundland.  Als er 1535 den Sankt Lorenz Strom hochsegelte litt seine 100 Mann starke Besatzung unter Skorbut, einer damals noch unbekannten Krankheit. Indianer vom Stamm der Huronen zeigten Cartier, dass man aus der Rinde von Thuja einen sehr Vitamin C reichen Tee zubereiten kann, der die Krankheit seiner Männer schnell heilte. Daher nannte Cartier den Baum Arbor vitae, zu Deutsch: Lebensbaum.

Kurios: Die grünen Teile des Lebensbaumes sind giftig. Die ätherischen Öle können Hautreizungen hervorrufen. Daher sollten empfindliche Menschen Handschuhe trage, wenn sie mit Thujazweigen in Berührung kommen. Die Aufnahme des Giftes durch den Verdauungstrakt kann tödlich sein!

Es handelte sich damals um den kleineren Vertreter, den Abendländischen Lebensbaum, der im Osten Kanadas bis rund um die Great Lakes sein natürliches Verbreitungsgebiet hat. Der größte Vertreter der Gattung Thuja, der Riesenlebensbaum kommt hingegen aus dem Westen Nordamerikas von Nordkalifornien bis Alaska. Der Riesenlebensbaum ist auch wirklich ein echter Riese der nordamerikanischen Wälder. Er kann eine Höhe von über 60m erreichen, der Stammdurchmesser kann an knapp 6m heranreichen. Solche Bäume können bis zu 50m³ Stammholz liefern. Der abendländische Lebensbaum hingegen erreicht gerade mal ein Drittel der Größe.

Das Holz des Lebensbaumes ist sehr beständig und wertvoll. Die amerikanischen Arten werden gehandelt als „Red Cedar“ (Th. plicata) und „White Cedar“ (Th. occidentalis).

Das Bild zeigt eine Gruppe ca. 40m hoher Riesenlebensbäume und wurde von meiner Frau Heidi im Bedgebury Pinetum in England aufgenommen

Und was ich nebenbei erfahren habe:

Bei der Recherche zu diesem Artikel stieß ich noch auf Folgendes: Die Huronen sind ein Indianerstamm, der ursprünglich mit den Irokesen verwandt war. Sie selbst nennem sich Wyandot. Der aus dem französischen abgeleitete Name Hurone geht auf das Wort le hure zurück, was im französischen den Borstenkamm des Wildschweines beschreibt. Cartier hat die Indianer aufgrund der eigentümlichen Haartracht, dem Irokesenschnitt so genannt.

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