Die Korkulme

Ein seltenes, aber heimisches Gehölz. Eine imposante Erscheinung, wenngleich doch eher klein bleibend.

Ulmus minor var. suberosa

Die Korkulme wird von den holländischen Autoren de Herder / van Veen als Sorte Ulmus minor ‘Suberosa’ beschrieben. Richtiger dürfte aber wohl die Schreibweise Ulmus minor var. suberosa sein, wie auch Krüssmann diese Art beschreibt. Ich selbst habe die Mutterpflanze in einem Wildbestand und nicht in einer Kultur vorgefunden.

Korkleisten der Korkulme

Es handelt sich bei dieser Varietät der Feldulme um einen durch seine starke Korkleistenbildung auffallenden Baum. „Diese geben der Silhouette vor allem junger Bäume ein charakteristisches Aussehen, indem sie scheinbar den Durchmesser der Äste mehr als verdoppeln.Die Korkulme wächst besonders an einigen Plätzen in den Dünen und an den Ufern großer Wasserläufe. Besonders auf der Korkulme kann man häufig viele kleine Gallen finden. Die fremdartigen, verdorrten Blättchen, die an diesen Bäumen hängen, sind die vertrockneten Reste von Gallen der Ulmenblattlaus Eriosoma lanuginosum. Diese Gallen werden gern von Marienkäfern benutzt, die, nachdem sie die Läuse gefressen haben, darin überwintern“ (zitiert aus de Herder / van Veen: Unsere Bäume im Winter).Nach Krüssmann unterscheidet sich die Korkulme von der Feldulme außerdem durch ihren meist strauchigen Wuchs und die etwas kleineren, an der Oberseite rauhen Blätter.


In der Jugend ist die Pflanze meiner Erfahrung nach sehr raschwüchsig. Bleibt später aber wohl deutlich kleiner als die Feldulme.

Die beste Vermehrungsmethode für wurzelechte Ulmensorten dürfte wohl das Einlegen von etwa 7 cm langen, bleistiftstarken Wurzelstücken sein. Dies sollte im Zeitraum Februar bis März erfolgen. Die Wurzelstücke werden senkrecht in Stecklingssubstrat gesteckt. Nach Versuchen von Tchernoff bewurzelten diese Stücke sehr rasch und bildeten in einem Zeitraum von 8 – 10 Wochen kleine Triebe mit 6-8 Blättern. Diese Triebe kann man abnehmen und erneut stecken (ein Wurzelstück treibt oft mit mehreren Trieben aus).

Sommerstecklinge im Juni aus nicht ausgereiften Trieben sind ebenfalls gut möglich. Diese sollten mit Indolylbuttersäure (Rhizopoon AA) behandelt und bei Bodenwärme unter Sprühnebel gesteckt werden.

Werden Korkulmen verpflanzt, so treiben oft die im Boden bleibenden Wurzelreste zahlreich wieder aus. Da diese Varietät nur selten im Handel ist (ich konnte bisher keine Bezugsadresse ausfindig machen), dürfte dies auch als Vermehrungsmethode ausreichen.

Übrigens: Die Mutterpflanze unserer Korkulmen stand in einem Feldulmenbestand, der durch das Ulmensterben völlig zusammengebrochen war. Nur diese Pflanze zeigte keine Symptome der Krankheit (vielleicht ist durch den starken Korkbesatz die Eiablage des Ulmensplintkäfers, welcher der Überträger der Krankheit ist nicht möglich?).

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